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Regionalverband Hannover > Projekte > GR-Projekt Hannoversche Moorgeest > Mooraktionstage

Projekte | Ein König sucht sein Reich | GR-Projekt Hannoversche Moorgeest - allgemein | Termine, z.B. Pflegemaßnahmen der FAM in den Hochmooren
Beiträge des Aktionskreises Hannoversche Moorgeest:
| Einladung zu den Moor-Erlebnistagen am 17. und 18. Oktober 2009
| Fahrt ins Krähenmoor und Große Torfmoor
| Fahrt ins Diepholzer Moor
| Moor-Aktionstage waren ein voller Erfolg
| Landesjägerschaft führt ins Schwarze Moor
| Das Moor soll leben! - Im Bissendorfer Moor leben noch fünf Reptilienarten
| Exkursion ins Helstorfer Moor
| Exkursion ins Otternhagener Moor
| Einladung zu den Moor-Aktionstagen am 20. und 21. September
| Der Aktionskreis "Hannoversche Moorgeest"
 


Einladung zu den Moor-Erlebnistagen
am 17. und 18. Oktober 2009

Wedemark/Hannover, 28.09.2009 -  Aufgrund des großen Erfolges der Mooraktionstage 2008 bietet der "Aktionskreis Hannoversche Moorgeest" auch in diesem Jahr die Möglichkeit, die vier im Naturschutzgroßprojekt zusammen gefassten Hochmoore durch Exkursionen und einen Arbeitseinsatz genauer kennen zu lernen.

Programm: Moor-Erlebnistage 2009
Datum Uhrzeit Thema / Ort
Samstag,
17. Okt.
09:00 h Arbeitseinsatz im Bissendorfer Moor
Leitung: Dr. Reinhard Löhmer, BUND und FAM

Treffpunkt: Kananohe, Waldparkplatz
Samstag,
17. Okt.
10:00 h Exkursion ins Otternhagener Moor
Leitung: Dr. Eberhard Gärtner, FAM
sowie Luder Schmidt, Naturhistorische Gesellschaft Hannover

Treffpunkt: Sportplatz Resse, Osterbergstraße
Samstag,
17. Okt.
14:00 h Exkursion ins Schwarze Moor Moor
Leitung: Folcke Hein und Ulrich Knocke, Niedersächsische Landesjägerschaft

Treffpunkt: Resse, Osterbergstraße in Höhe des Friedhofes
Sonntag,
18. Okt.
10:00 h Exkursion ins Resser Moor
Leitung: Dr. Eberhard Gärtner, FAM

Treffpunkt: Abbensen, Gasthof zur Post, Alte Zollstr. 5
Sonntag,
18. Okt.
14:00 h Exkursion ins Bissendorfer Moor
Leitung: Dr. Eckhard Schmatzler, Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde
sowie Ludwig Uphues, NABU

Treffpunkt: ehemaliges Heideschlößchen, OT Kaltenweide, Kananoher Straße 98 / Ecke Waldweg


Das Programm und weitere Informationen zu den Moor-Erlebnistagen finden Sie hier als PDF zum Ausdruck: Faltblatt Moor-Erlebnistage 2009 .

 

 


Region Hannover informiert bei einer Fahrt in zwei Moor-Renaturierungsgebiete
Fahrt ins Krähenmoor und Große Torfmoor

Hannover/Wedemark, 21.09.2009 -  Ziel dieser von der Region organisierten Fahrt waren zwei Moore: das Krähenmoor bei Nienburg und das Große Torfmoor bei Minden-Lübbecke. Am Beispiel dieser beiden Moore wurden wichtige Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiederherstellung demonstriert. 25 Teilnehmer informieren sich im Krähenmoor über die noch nicht abgeschlossenen und im Großen Moor über die bereits abgeschlossenen Maßnahmen.

Im Krähenmoor wurden die Teilnehmer durch die UNB begrüßt und der Projektleiter Thomas Beuster informierte über die einzelnen Maßnahmen. Ein großer Teil der Dämme war bereits fertig. Diese waren schwer geländegängig, so dass Befürchtungen über ungewollte und eigenmächtige Besichtigungstouren von Spaziergängern und Radfahrern schnell ausgeräumt wurden. Aufgrund des niederschlagsarmen und trockenen Sommers 2009 konnte die gewünschte Wirkung der Dämme nur erahnt werden. Das Wasser stand nur in den Vertiefungen, aus denen der Baggerfahrer den Torf für die Wälle entnommen hatte. Die ersten Torfmoose lagen platt und erbleicht auf dem Boden. Der Baggerfahrer demonstrierte, wie man Wälle aus Torfmaterial baut, die anschließend im Gelände kaum noch auffallen.

Die vorher gesicherte Bunkerde (Pflanzendecke der Moore) wurde zum Schluss als Abdeckung auf dem ca. 1 m hohen Wallkamm und den Böschungen wieder aufgetragen und festgeklopft. Nur die Seitenräume, aus denen der Weißtorf entnommen wurde, waren als Verletzungen sichtbar. Sie werden später voll Wasser laufen. Da sich die Flächen zum größten Teil im Besitz der Landesforstverwaltung befinden, erleichtert dies die notwendigen Maßnahmen.

Das zweite Ziel war das Große Torfmoor bei Minden-Lübbecke. Auch hier wurden die Teilnehmer von der UNB und der Projektingenieurin, Frau Belting, freundlich empfangen. Das ca. 430 ha große Torfmoor befindet sich im Besitz des Landes NRW. Das Land, die Kommunen, die Umweltbehörden, der Umweltverband NABU und das Umweltplanungsbüro Belting haben die Wiedervernässungsmaßnahmen in den Jahren 2003-2008 für ein LIFE-Natur-Projekt "" inzwischen abgeschlossen.

Die Vernässung des Hochmoores konnte, nach bäuerlichem Torfstich und Badetorfgewinnung, durch das Aufstauen von Gräben, aber vor allen Dingen mit Hilfe der Anlage von Wällen, wie im Krähenmoor, erreicht werden. Allerdings waren auch hier die gewünschten Effekte der Dämme durch die diesjährige Trockenheit nur anhand von großen Wasserflächen im zentralen Hochmoorbereich zu beobachten. Die an den Dämmen gelegenen ehemaligen Torfstiche waren trocken gefallen. Durch die Wiedervernässung konnten Flora und Fauna in weiten Bereichen erhalten und gefördert werden. Der an einigen Stellen wieder aufgekommene Birkenbewuchs wird hier durch die Moorschnucke, wie im Neustädter Moor, nach einem Beweidungsplan niedrig gehalten.

 

 

Fahrt ins Diepholzer Moor
Aktionskreis Hannoversche Moorgeest informiert sich über erfolgreichen Moorschutz in Niedersachsen
Von Ludwig Uphues

Diepholz/Hannover, 20.04.2009 -  Viele Eindrücke von einer einzigartigen Natur und aktuelles Wissen über Hochmoore konnten über 40 Teilnehmer am vergangenen Sonntag bei einer Exkursion in die Diepholzer Moorniederung gewinnen. Dieser Naturraum ist eine 118.000 ha große Talsandniederung mit 24.000 ha Hochmooren in den Landkreisen Oldenburg, Vechta, Diepholz und Nienburg. Im vergangen Jahrhundert wurden viele Hoch- und Niedermoorflächen entwässert und kultiviert. Nach dem 2. Weltkrieg kam die industrielle Abtorfung dazu.

Durch umfangreiche Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen seit Mitte der 1970er Jahre wurden in enger Zusammenarbeit von Naturschutzverwaltung, Naturschutz-Verbänden, Eigentümern und Nutzern umfangreiche Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen mehrere tausend Hektar Hochmoor erhalten und renaturiert. So hat sich beispielsweise die Zahl der rastenden Kraniche im letzten Herbst auf 80.000 erhöht. Die Organisatoren der Fahrt, Ludwig Uphues, Sprecher des Arbeitskreises Hannoversche Moorgeest und der Moorexperte Dr. Reinhard Löhmer, bekamen vor Ort auch Unterstützung von den hauptamtlichen BUND-Mitarbeitern Friedhelm Niemeyer und Imke Schweneker, die den interessierten Exkursionsteilnehmern das Neustädter Moor und das Rehdener Geestmoor zeigten. Da in der Diepholzer Moorniederung die Offenhaltung der Moore traditionell mit Hilfe von Moorschnucken als "Landschaftspfleger" geschieht, stand auch eine Besichtigung der Schafzucht von Jan Teerling auf dem Programm. "Die Moore sind stark durch den Klimawandel bedroht, sie trockneten in den letzten Sommern zu sehr aus, eindeutige Schäden sind sichtbar. Eine bedeutende Artenvielfalt ist bedroht", erklärte Dr. Reinhard Löhmer und wies auf die Wichtigkeit der Wiedervernässung der Hochmoore der Hannoverschen Moorgeest hin.

Die erfolgreiche Arbeit im Großprojekt Diepholzer Moorniederung ist den Exkursionsteilnehmern ein Ansporn, in der Hannoverschen Moorgeest ähnliches im Einvernehmen mit allen Beteiligten zu realisieren.

 

 

Moor-Aktionstage am 20. und 21. September 2008
Moor-Aktionstage waren ein voller Erfolg
Informations-Wochenende des Aktionskreises "Hannoversche Moorgeest"

Von Martin Lilienthal

Wedemark/Hannover, 23.09.2008  Der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest hatte interessierte Bürger zu den Mooraktionstagen am 20. und 21. September 2008 in Bissendorf eingeladen. Der Aktionskreis ist ein Zusammenschluss der Naturschutz- verbände BUND, NABU, FAM (Faunistische Arbeitsgemeinschaft Moore) und NVL (Naturkundliche Vereinigung Langenhagen). Von der hervorragenden Resonanz der Veranstaltungen in der Bevölkerung zeigte sich der Aktionskreis sehr erfreut.

Ab 18 Uhr trafen die ersten Besucher im Bürgerhaus in Bissendorf ein. Von der Möglichkeit, den besonderen Geschmack einer Moorschnucken-Bratwurst zu testen, machten viele Besucher Gebrauch. Der bekannte Moorschutz- Experte Dr. Reinhard Löhmer führte durch eine Moor-Ausstellung im Foyer. Gemeinsam mit anderen Experten des Aktionskreises konnte hier bereits eine Vielzahl von Fragen der Besucher im Gespräch beantwortet werden.

Gegen 20 Uhr machten sich die Besucher auf den Weg in den großen Veranstaltungssaal des Bürgerhauses. Mit knapp 200 Gästen war der Saal voll besetzt. Zunächst begrüßte der Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Tjark Bartels, die Gäste im Bürgerhaus der Gemeinde. Er betonte die besondere Bedeutung der Moore für die Wedemark und wünschte dem Projekt ein gutes Gelingen.

Als Vertreter der Region Hannover sprach Prof. Dr. Axel Priebs ein Grußwort. Er berichtete über den Stand des Projekts und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass nach den vielen zwischenzeitlich erfolgten Gesprächen das Projekt in einer Weise, die allen Beteiligten gerecht werden könne, seinen Fortgang nehmen werde.

Anschließend begann der Vortrag von Prof. Dr. Hansjörg Küster, Präsident des Niedersächsischen Heimat- bundes, zum Thema "Perspektiven für die Moore und den ländlichen Raum". In anschaulicher Weise führte er die Zuhörer ein in die Entstehung und Verbreitung von Mooren, in deren Pflanzenwelt sowie in die Bedeutung der Moore für den Wasserhaushalt und die CO²-Bindung. Er betonte die europaweit einmalige Bedeutung insbesondere des Bissendorfer Moores, aber auch der anderen hannoverschen Moore und plädierte eindringlich für deren Erhalt.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass Hochmoore vom Regenwasser gespeist werden und eine Wiedervernässung sich darin beschränkt, den Abfluss des Regenwassers aus dem Moor zu verhindern.

Am Sonntag, den 21. September wurden fünf verschiedene Moor-Exkursionen unter fach- und ortskundiger Leitung in die Moorgebiete der Hannoverschen Moorgeest durchgeführt. Fast 300 Besucher ließen sich hier direkt von den Moorexperten des Aktionskreises und der Landesjägerschaft in die Besonderheiten der Moore einführen und genossen die Schönheit der Landschaft.

Mehr über die Arbeiten des NABU Wedemark finden Sie hier:
www.nabu-wedemark.de .

 

 

Moor-Aktionstage am 20. und 21. September 2008 Landesjägerschaft führt ins Schwarze Moor
Insgesamt fünf Moor-Exkursionen mit knapp 300 Teilnehmern

Von Uwe Manzke

Resse/Hannover, 23.09.2008  Auf sehr großes Interesse stießen die fünf Moorexkursionen in das Bissendorfer, das Helstorfer, das Otternhagener und das Schwarze Moor. Bei überwiegend sonnigem Wetter nahmen knapp 300 interessierte Bürger an den Führungen am Sonntag Vormittag und Nachmittag teil.

So führten Folke Hein und Ulrich Knocke, von der Niedersächsischen Landesjägerschaft, in das Exkursionsgebiet "Schwarzes Moor". Knapp 30 Interessierte trafen sich um 11:00 h in Resse. Nach einer Einführung zum Lebensraum Hochmoor und die lokalen Besonderheiten des Schwarzen Moores ging es los. Bereits auf dem Weg ins Moor wurden viele Fragen gestellt und beantwortet. So erklärte Folke Hein einheimische Gehölze. Manche Teilnehmer merkten an, wie wenig sie noch über unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt wissen. Auf dem Weg ins Moor wurden auch Möglichkeiten und Grenzen einer Besucherlenkung in das Naturschutzgebiet erörtet. Für viele Tiere, unter anderem den scheuen Kranich ist ein unbedingtes Wegegebot, beziehungsweise Betretungsverbot, wichtig. Ohne diesen Schutz vor Störungen kann der Kranich nicht erfolgreich brüten.

Ein weiteres Thema waren die bereits durchgeführten Pflegemaßnahmen. Im Wesentlichen beinhalten diese den Rückschnitt von Kiefern und das Ausreißen von Birken. Landschafts- pfleger und Naturschützer bezeichnen diese arbeitsintensiven Pflegemaß- nahmen als Entkusseln. Im Hochmoor sind diese Maßnahmen wichtig, damit die Gehölze kein Wasser "ziehen können" und zu einer zusätzlichen Entwässerung des Hochmoores führen. Für die niedersächsischen Hochmoore sind daher weitgehend baumfreie und offene Freiflächen, vor allem im hochgelegenen Zentrum der Moore (= Hochmoor), typisch. Die tiefergelegenen und feuchteren Randbereiche, die sogenannten Laggs, sind dagegen zumeist bewaldet.

Vieles weitere über den Lebensraum Hochmoor und seine Tier- und Pflanzenwelt wurde erläutert und demonstriert. An einem Exkursions- ziel wurde auch der Übergang vom Hoch- zum Niedermoor gezeigt. Im südwestlichen Randbereich des Schwarzen Moores finden sich Übergangsbereiche beider Moor- typen. Dies ist unter anderem an der bemerkenswerten Vegetation einiger Gewässer zu erkennen, hier wachsen Schilf- und Rohrkolben, die in nährstoffarmen Hochmooren nicht gedeihen können. In diesen nährstoffreicheren Gewässern liegt der pH-Wert auch höher, als in den Hochmoorgewässern, die einen pH-Wert von lediglich 3 aufweisen und damit "sehr sauer" sind. Aufgrund der günstigeren pH-Werte pflanzen sich in einigen dieser Gewässer auch noch Moorfrösche fort. Vor allem während der Fortpflanzungszeit im März/April fallen die himmelblau gefärbten Männchen dieser selten gewordenen Froschart auf.

Alle Teilnehmer waren von der Exkursion begeistert und bedankten sich bei den Exkursionsleitern Folke Hein und Ulrich Knocke. Alle gingen mit vielen und neuen Informationen und Erkenntnissen nach Hause und einige wollten unbedingt auch noch eine der Nachmittagsexkursionen in das Bis- sendorfer oder das Otternhagener Moor mit machen.

 

 

Moor-Aktionstage am 20. und 21. September 2008
Das Moor soll leben!
Im Bissendorfer Moor leben noch fünf Reptilienarten

Von Ricky Stankewitz

Langenhagen/Hannover, 23.09.2008  Die vom Aktionskreis Hannoversche Moorgeest veranstalteten Moor- aktionstage haben gezeigt, dass es sehr viele Menschen gibt, die den Lebensraum Moor schützen und erhalten wollen. Am Samstag haben sich rund 200 Interessierte den Vortrag "Perspektiven für die Moore und den ländlichen Raum" von Prof. Dr. Hansjörg Küster, Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes angehört. Die darauf folgende Diskussion war sachlich orientiert und hat mit Sicherheit dazu beigetragen einigen Anliegern ihre Befürchtungen zu nehmen. Der Tenor "nichts ist schon entschieden" hat ebenfalls zur Beruhigung und Gesprächsbereitschaft der Anlieger beigetragen. Auch beim Bürgermeister der Wedemark, Tjark Bartels, konnte die Begeisterung für "die Perle vor der Haustür - das Bissendorfer Moor" geweckt werden, so dass er sich für ein Moorinformationszentrum in Resse einsetzen wird.

Bei den insgesamt fünf Exkursionen in die vier Hochmoore im Projektgebiet konnten sich am Sonntag rund 300 Gäste direkt vor Ort über die Ziele des Naturschutzes für das GR (Gesamtstaatlich Repräsentativ) - Projekt Hannover- sche Moorgeest informieren. Die beiden Führungen ins Bissendorfer Moor mit jeweils ca. 70 Teilnehmern waren dabei die teilnehmerstärksten Exkursionen.

Neben den vielen Erläuterungen und Beantwortungen spezieller und allgemeiner Fragen wurden auch Bohrproben zum Aufbau des Bissendorfer Moores demonstriert. Darüber hinaus wurden die vielen moortypischen Pflanzen und Tiere vorgestellt. So wußten die wenigsten Teilnehmer, dass im Bissendorfer Moor noch drei Schlangenarten und zwei Eidechsenarten leben. Dies sind die Ringelnatter, die Kreuzotter, die Schlingnatter, die Waldeidechse und die Blindschleiche. Die ungiftige Schlingnatter, die einer Kreuzotter zum Verwechseln ähnlich sieht, ernährt sich beispielsweise hauptsächlich von anderen Reptilien, wie Blindschleiche, Waldeidechse oder andere Schlangen.

Am Ende konnten Veranstalter und Teilnehmer eine durchweg positive Bilanz ziehen. Die Mitglieder vom Aktionskreis Hannoversche Moor- geest werden auch in Zukunft weitere Veranstaltungen zum Moorschutz organisieren. Wenn Sie sich am aktiven Moorschutz beteiligen möchten, können Sie den NABU Langenhagen bei den gemeinsamen Pflegeeinsätzen mit der FAM (Faunistische Arbeitsgemeinschaft Moore) unterstützen. Die Termine dazu finden Sie unter:
www.nabu-langenhagen.de/termine.htm
oder hier:
GR-Projekt Hannoversche Moorgeest: Termine .

 

 

Moor-Aktionstage am 20. und 21. September 2008
Exkursion ins Helstorfer Moor

Von Dr. Eberhard Gärtner

Negenborn/Hannover, 23.09.2008  Mit 45 Teilnehmern startet die Exkursion auf der randlichen, höher gelegenen Endmoräne vorbei an einem großen Maisfeld zum Ostrand des Helstorfer Moores. Die Grenze des NSG ist ein tiefer Randgraben, der sich in ganzer Länge am Ostrand entlang zieht. Das eigentliche Hochmoor beginnt hinter einem schmalen bewaldeten Sandrücken mit einer größeren offenen Fläche, die von alten Fahrdämmen streifenförmig gegliedert ist. Dazwischen liegen die alten Torfstichflächen. 300 Jahre bäuerlicher Torfstich hat hier den Torfkörper stark abgeflacht. Vorwiegend alte Torfe der Moorbasis blieben erhalten.

Auf den alten Torfkuhlen ist die Hochmoorvegetation flächig regeneriert, zum Teil mit typischer Bult- und Schlenkenformation, häufig auch als Schwingrasen mit darunter liegendem Wasserpolster. Typische Pflanzen sind rote und grüne Torfmoose, Moosbeere, Rosmarin- und Glockenheide, sowie Wollgräser und Schnabelried, das sich zur Zeit herbstlich gelbrot verfärbt. Das Moor hat einen eigenen Grundwasserspiegel, der ca. 1 m höher als der Wasserstand im Randgraben ist, mit deutlicher jahreszeitlicher Varianz abhängig vom Niederschlag.

Im Moorzentrum stehen auf dem nicht abgetorften Mittelrücken ältere totholzreiche Kiefernwälder. Dort sind Torfkuhlen aus der Nachkriegszeit erhalten mit einer Ausdehnung von 4,5 x 5,5 m. Hier wurde bis 1959 Brenntorf mit dem Torfspaten gestochen. Ein typisches "Torfschwert" aus Helstorf mit doppelseitiger Schnittfläche und geschmiedetem Knie vor dem 40 cm langen Holzstiel wurde demonstriert.

Im Westen des Mittelrückens beginnt die Torfstichlichtung der Gemeinde Scharrel. Am westlichen Moorrand steigt das Gelände zur Lindenburg-Forst deutlich an. Im Moorzentrum überquerten wir die Wasserscheide zwischen Auter und Jürse, die Teilen des Moores einen eigenen, von außen ungestörten Wasserhaushalt gewährleistet - ähnlich wie bei Mooren im Gebirge (Sattelhochmoore).

Von den Tieren des Moores zeigten sich trotz fortgeschrittener Jahreszeit einige Libellen, wie die Herbst- mosaikjungfer, und Raupen von Nachtschmetterlingen, z. B. die bunt- gestreiften von der Erbseneule und Fieberkleesumpfeule sowie die dicht behaarte Raupe des Brombeer- spinners. Ludger Schmidt demonstrierte Käfer aus dem aktuellen Programm zur Erfassung der Totholzkäfer. Federn von Kranich, Habicht und Schleiereule sowie die Beobachtung eines Roten Milan ergänzen das Bild.

 

 

Moor-Aktionstage am 20. und 21. September 2008
Exkursion ins Otternhagener Moor

Von Dr. Eberhard Gärtner

Resse/Hannover, 23.09.2008  Der Start der Exkursion ins Otternhagener Moor erfolgte vom Nordrand des Denecken-Berges, einer lang- gestreckten Endmoräne am Südrand des Hochmoores. Auf der Moräne stehen noch hohe Kiefern, dann deutlich niedrigerer Kiefernbewuchs auf den ins Moor führenden Dämmen, die parallel in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Dazwischen liegt nasses Moor mit einigen offenen Teichen auf altem bäuerlichem Torfstichgelände. Flächenhaft zu sehen waren geschlossene Torfmoosrasen, rote und grüne Moose, Sonnentau, Moosbeere, Rosmarin- und Glockenheide sowie Wollgräser. Dazwischen lagen einige hohe Bulte mit Torfmoosen und Steifem Widertonmoos. Auf den Dämmen gab es viele Preißelbeeren mit reichlicher Frucht. Immer wieder große Schwungfedern des Kranichs, der die ruhigen Waldlichtungen zur Mauserzeit bevorzugt.

Ludger Schmidt von der Natur- historischen Gesellschaft Hannover weist auf die Bedeutung alter freistehender besonnter Kiefern für die Holz-Käferfauna hin. Dann enden die Torfstiche. Nach dichterem Kieferngehölz öffnet sich das Moor und man betritt die zentralen, nicht abgetorften Moorflächen mit niedrigen Krüppelkiefern und Moospolstern, die bei jedem Schritt federn.

Der Rückweg nach Süden erfolgte über einen anderen Torfdamm. Prof. Mauthe zeigte den typischen Torfspaten mit 40 cm langem zweischneidigem Schwert und dem geschmiedetem Knie, sowie eine schwere Torfaxt aus Otternhagen - offenbar eine Sonderanfertigung zum Teilen durchwurzelter Torfsoden.

 

 

Einladung zu den Moor-Aktionstagen am 20. und 21. September
Aktionskreis "Hannoversche Moorgeest" lädt zu einem informativen und bürgernahen Wochenende ein

Wedemark/Hannover, 01.09.2008  Die Hannoversche Moorgeest erstreckt sich von der Fuhse im Osten bis zur Weser im Westen und wird im Norden von der Aller begrenzt. Sie beherbergt einen der wertvollsten Hochmoorkomplexe in Niedersachsen. Daher wurde für das Bissendorfer-, das Ottern- hagener-, das Helstorfer- und das Schwarze Moor das "Naturschutz- großprojekt Hannoversche Moor- geest" von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung ins Leben gerufen. Die erste Planungsphase mit vielen grundlegenden Untersuchungen hat bereits letztes Jahr begonnen.

Um über die Ziele des Naturschutzes zur Erhaltung und Revitalisierung für dieses Gebiet zu informieren, lädt der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest interessierte Bürger zu den Mooraktionstagen am 20. und 21. September 2008 in Bissendorf ein. Der Aktionskreis wird gefördert von BUND, NABU, FAM (Faunistische Arbeits- gemeinschaft Moore) und NVL (Naturkundliche Vereinigung Langenhagen).

Der Auftakt beginnt am Samstag, den 20. September um 18.30 Uhr mit einer Veranstaltung im Bürgerhaus in Bissendorf. Dr. Reinhard Löhmer führt durch eine Moor-Ausstellung im Foyer. Gestärkt mit Moorschnucken-Spezialitäten und Getränken geht es um 20.00 Uhr weiter mit einem Vortrag von Prof. Dr. Hansjörg Küster, Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes, zum Thema "Perspektiven für die Moore und den ländlichen Raum" mit anschließender Diskussion und Aussprache. Am Sonntag, den 21. September führen vormittags und nachmittags fünf verschiedene Moor-Exkursionen unter fach- und ortskundiger Leitung in die Moorgebiete.



Das Programm und weitere Informationen zu den Moor-Aktionstagen finden Sie hier als PDF zum Ausdruck: Faltblatt .


Programm       "Moor-Aktionstage am 20. und 21. September 2008"
Samstag, 20. September 2008

Tagungsort: Bürgerhaus in Bissendorf, Am Markt 1
18:30 h Begrüßung und Führung durch die Moorschutzausstellung im Foyer des Bürgerhauses - Dr. Reinhard Löhmer

Stärkung durch Moorschnucken-Spezialitäten und Getränke
20:00 h "Perspektiven für die Moore und den ländlichen Raum" - Prof. Dr. Hansjörg Küster, Präsident des Nieder- sächsischen Heimatbundes

- im Anschluss: Aussprache und naturschutzfachliche Erläuterungen durch örtliche Naturschützer sowie kurze Einführung in die Exkursionsgebiete

Moderation durch Bernd Haase, Redakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
Sonntag, 21. September 2008

Exkursionen und Führungen
(festes Schuhwerk, Gummistiefel, Hunde sind nicht erlaubt)
11:00 h Exkursion ins Helstorfer Moor
- Dr. Eberhard Gärtner, FAM

Treffpunkt: Negenborn, Hannoversche Str. 8, Gasthof zur Linde / Bäckerei
11:00 h Exkursion ins Schwarze Moor
- Folke Hein und Ulrich Knocke, Nds. Landesjägerschaft

Treffpunkt: Resse, Osterbergstraße in Höhe des Friedhofes
11:30 h Exkursion ins Bissendorfer Moor
- Dr. Reinhard Löhmer, BUND und FAM

Treffpunkt: Wiechendorf (alte Kläranlage, Weg zum Nordturm)
15:00 h Exkursion ins Bissendorfer Moor
- Dipl.-Ing. Eckhardt Schmatzler, Deutsche Gesellschaft für Tor- und Moorkunde und Ludwig Uphues, NABU

Treffpunkt: ehemaliges Heideschlösschen, OT Kaltenweide Kananoher Str. 98 / Ecke Waldweg
15:00 h Exkursion ins Otternhagener Moor
- Dr. Eberhard Gärtner, FAM und Ludger Schmidt Naturhistorische Gesellschaft Hannover

Treffpunkt: Sportplatz in Resse, Osterbergstrasse

Mehr zum GR-Projekt "Hannoversche Moorgeest" finden Sie auch hier:

    www.moorgeest.de .

 

 

Der Aktionskreis "Hannoversche Moorgeest"

Der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest ist ein Zusammenschluss verschiedener Naturschutzverbände der Region Hannover. Diese sind der BUND, die Faunistische Arbeitsgemeinschaft Moore (FAM), die Naturkundliche Vereinigung Langenhagen (NVL), der NABU und die Landesjägerschaft.

Der Aktionskreis will informieren und unterstützen sowie das GR-Projekt "Hannoversche Moorgeest" bereits von der Planungsphase an mit öffentlichen und bürgernahen Vortragsveranstaltungen, Exkursionen und Pflegeeinsätzen begleiten. Die Mitglieder sind alle ehrenamtlich tätig und kommen aus den Reihen der aktiven Naturschützer vor Ort sowie weiteren im Moorschutz Engagierten - jeder nach seinen Möglichkeiten. Der Aktionskreis ist für weitere Mitarbeiter offen.





   


   




  • Faunistische Arbeitsgemeinschaft Moore (FAM)
   


  • Landesjägerschaft
   

 


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